Dankbarkeit verändert Dich
- vor 1 Tag
- 5 Min. Lesezeit
Dankbar zu sein hat nichts damit zu tun, dich mit dem zu begnügen, was bereits da ist. Dankbar zu sein bedeutet nicht, keine Träume oder Ziele mehr zu haben. Dankbar sein heißt, dass du zu schätzen weißt. Dankbarkeit ist Fülle und macht glücklich.
Eine innere Haltung von Dankbarkeit lässt sich nicht erzwingen. Denn Dankbarkeit, die nur im Kopf abläuft, ist nicht echt. Und genau deshalb mag ich viele Dankbarkeitsmeditationen einfach nicht. Es passt für mich nicht, dass ich für Dieses und Jenes genau jetzt dankbar sein soll.
Aber genau so laufen viele dieser Meditationsanleitungen ab:
Mache dir bewusst, was es alles Tolles in deinem Leben gibt, welche Privilegien du im Vergleich zu anderen Menschen hast und sei dafür dankbar - am besten mit jeder Faser deines Körpers.
Auch die großen Religionen dieser Welt setzen auf Dankbarkeit, die durch betten kultiviert werden soll - und manche von ihnen nutzen dazu sogar noch Elemente aus dem Embodiment, indem sie sich verneigen, niederknien oder sich sogar hingebungsvoll auf der Erde knieend verbeugen und dabei mit der Stirn die Erde berühren. Auch im Yoga stehen Vorbeugen symbolisch für Dankbarkeit und Demut. Und wenn du genau hinspürst, kannst du es auch fühlen, wenn du in eine solche Vorbeuge eintauchst.
Ich behaupte trotzdem, dass sich Dankbarkeit nicht erzwingen lässt und dass alle Gebete, Rituale, Yogaübungen und auch Meditationen nur eine Hilfestellung sind und sein können, denn Dankbarkeit wirklich zu empfinden, dazu reichen feste Anleitungen und Regeln einfach nicht aus. Alles steht und fällt mir dir und deiner Bereitschaft, ins Fühlen zu gehen.
Finde Dein passendes Tool
Ich habe schon viele Dankbarkeitsmeditationen ausprobiert und auch verschiedene Bewegungsabläufe und Rituale. Wie zum Beisppiel die so genannten "tibetischen Niederwerfungen", die für mich eine Steigerung des muslimischen Gebets sind, weil man sich dabei nicht nur hinkniet und sich verneigt, sondern sich sogar flach auf den Bauch legt und mit der Stirn die Erde berührt. Und ja, wenn ich solche Übungsabläufe praktiziere, kann ich fühlen, wie sich in meinem Inneren etwas verändert und wie tatsächlich ein Gefühl von Dankbarkeit in mir entsteht. Aber es ist noch kein intensives Fühlen.
Ich kenne Dankbarkeitsmeditationen, in denen angeleitet wird: Sei dankbar für dein Dach über dem Kopf, das elektrische Licht und deinen Kühlschrank, dass du die Möglichkeit hast, dich satt zu essen und das auch noch mit gesunden Lebensmitteln, dass du im Bioladen einkaufen kannst, dass du ein Auto hast, dass es eine Krankenversicherung gibt, dass du in einem Land lebst, in dem es keinen Krieg, sondern Frieden gibt. Sei dankbar für deine Schulbildung, dass du lesen und schreiben kannst, dass du reisen kannst, wenn du möchtest, dass du ein kuscheliges Bett hast, in dem du schläfst usw.
Das stimmt ja alles. Nur kann ich selbst nicht auf Kommando dankbar sein und ich finde solche Anleitungen zwar nett gemeint, aber gleichzeitig sind sie für mich mit Vorsicht zu genießen.
Denn wenn ich das Gefühl habe und den Eindruck bekomme, dass ich gefälligst dankbar sein soll für all meine Privilegien, dann entsteht halt einfach auch Druck. Und dieser Druck vermischt sich dann gerne mit einem schlechten Gewissen und ist nichts anderes als Stress. Und wenn ich gestresst bin, kann ich nicht mehr ehrlich und echt dankbar sein. Im Stresszustand können wir nicht dankbar sein - das ist Fakt.

Ich finde es völlig in Ordnung, wenn man nicht immer und in jedem Moment für alles dankbar sein kann. Denn alles hat seine Zeit.
Und natürlich hilft uns Dankbarkeit, bewusster zu leben. Wenn du in dir Dankbarkeit kultivierst, dich immer wieder in dieses Gefühl einschwingst, macht dich das zufriedener und glücklicher. Und du kannst zudem mehr Mitgefühl und Verständnis für andere haben.
Trotzdem ist es wichtig, dass du für dich frei entscheiden darfst, wofür du genau jetzt dankbar sein kannst und willst. Denn ansonsten besteht eben die Gefahr, dass du dich verpflichtet fühlst und dann ist die Dankbarkeit am Ende nur ein Konstrukt in deinem Kopf - eine logische Konsequenz, aber du fühlst sie nicht. Doch nur, wenn du sie auch wirklich und wahrhaftig fühlen kannst, wirkt sie.

Meine Lieblingsmeditation zur Dankbarkeit
Vor kurzem habe ich eine Dankbarkeitsmeditation kennengelernt, die mich unglaublich berührt hat. Ich bin so begeistert davon, dass ich sie sogar aufgenommen habe, damit auch du sie für dich ausprobieren und nutzen kannst. In meinem Shop unter "Entspannung to go" findest du sie als Download.
In dieser Meditation darfst du dich ganz in Ruhe in Dankbarkeit üben. Ohne diesen erhobenen Zeigefinger "Sei jetzt dankbar für XY".
Als ich selbst in diese Mediation das erste Mal eintauchte, passierte mit und in mir etwas wirklich Spannendes. Und zugleich war es einfach wunderschön und befreiend.
Es ging darum, dankbar sein für die Menschen um mich herum im meinem Leben. Menschen, die mich begleiten und auch Menschen, die mich begleitet haben.
Und da tauchte plötzlich in mir eine tiefe Dankbarkeit auf, die mich durchströmte und in mir schwang eine Erkenntnis, die mich wirklich verändert hat:
Es ging um meine Schwester, die seit geraumer Zeit nicht mehr wirklich mit mir spricht, sondern jedes Gespräch auf absoluten Smalltalk beschränkt und ich beim besten Willen nicht weiß, warum das so ist, denn wir haben uns nicht gestritten und es ist auch sonst nichts vorgefallen. Ich habe mehrfach versucht, sie zum Reden zu bewegen, aber sie schweigt vehement. Mich hat das lange sehr belastet, traurig gemacht und manchmal auch wütend. Denn ich habe nicht begreifen können, warum ein Mensch, der mir immer nahe gestanden hat, lieber ghostet, als klärt.
Doch dann machte ich diese Meditation und als ich an die Menschen in meinem Leben denken und Dankbarkeit fühlen durfte, da durchflutete es mich total.
Ich fühlte eine tiefe Dankbarkeit für meine Schwester und all die Jahre, in denen ich ihr nahe sein und mich mit ihr verbunden fühlen durfte. Und ich empfand zugleich einen tiefen Frieden in mir.
Ja, ich durfte ihr viele Jahre nah sein und an ihrem Leben teil haben. Ich durfte mit ihr lachen und weinen, wir teilten unsere Gedanken und Sorgen miteinander und machmal plauderten wir einfach unser alles mögliche. Und warum auch immer ist es jetzt eben nicht mehr so. Aber das schmälert all die Zeit, die wir miteinander hatten, einfach nicht. Und ich liebe sie nach wie vor von Herzen, auch wenn sie sich nun distanziert hat. Ich habe meinen Frieden damit gefunden und weiß außerdem für mich, dass es völlig legitim und mein gutes Recht ist, dass ich mich ihrem Schweigen nicht mehr direkt aussetzen möchte. Und so konnte ich endlich in Dankbarkeit annehmen und zugleich in Frieden meine Trauer, Wut, Enttäuschung, Kränkung und meine Verwirrung darüber loslassen.
Ich teile das mit dir, um zu verdeutlichen, welch große Dinge geschehen können, wenn man bereit ist, ins Fühlen zu gehen. Und in diesem Fall in das Empfinden von Dankbarkeit.
Kleines Dankbarkeitsritual
Bevor ich´s vergesse: Ich starte übrigens jeden Morgen mit einem Ritual, dass ich von Laura Malina Seiler kennenlernen durfte. Vielleicht spricht es dich ja auch an. Denn wie gesagt: Wenn du dich immer wieder darin übst, dankbar zu sein, verändert sich dein Mindset, deine innere Haltung und damit übrigens deine ganze Biochemie.
Dankbarkeit ist eine der hochschwingenden Frequenzen, die dir nicht nur ein gutes Gefühl schenkt und dich toleranter, mitfühlender, verständnisvoller und zufriedener macht. Du veränderst mit ihr deine gesamte Energie und findest in ein Fülle-Bewusstsein anstelle von Mangel. Und wenn du dich selbst in der Fülle fühlst, ziehst du immer noch mehr Schönes und Wundervolles an.
Und so geht´s:
Wenn du wach wirst, strecke und recke dich genüßlich und bleibe noch einen Moment im Bett liegen. Mache dir bewusst, wie großartig es ist, dass du lebst, dass du wach geworden bist und dass dieser neue Tag auf dich wartet, von dir gelebt zu werden. Und vielleicht kommt dann ganz von selbst Dankbarkeit in dir auf für noch mehr... für die Menschen und auch alle anderen Lebewesen in deinem Leben, für das Leben selbst und ..... lass dich überraschen.
In Liebe - Deine Mel






Kommentare