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Trau Dich, nein zu sagen! Warum Grenzen wichtig sind.

  • 17. Feb.
  • 5 Min. Lesezeit

Tief in uns schlummert der Wunsch, zu gefallen und geliebt zu werden. Und manchmal opfern wir uns selbst, um uns diesen Wunsch und diese tiefe Sehnsucht zu erfüllen. Glücklich macht uns das allerdings nicht, denn wir verlieren und verleugnen uns damit selbst.


Erinnerst du dich noch an früher, als du klein warst? Als Kind hast du eines Tages das Wort "Nein" kennengelernt und es auch für dich ausprobiert. Du hast geübt, nein zu sagen und erforscht, was passiert, wenn du das tust. Für dich als Kind war das Nein nicht negativ besetzt, sondern ein Wort, dass eine Wirkung hat.

Das kenne ich auch. Wir alle. Nein zu sagen ist Grenzen setzen. Dich abzugrenzen und gleichzeitig zu schützen. Dich selbst, deine Werte, deine Bedürfnisse, deine Überzeugungen.

Wenn da nicht nur diese tiefe Sehnsucht in uns wäre, gefallen, angenommen und nicht nur akzeptiert, sondern geliebt zu werden. Und das treiben wir manchmal echt auf die Spitze. Doch das hat seinen Preis.


Wenn du dich nicht traust, für dich, deine Bedürfnisse und Werte einzustehen, verdrehst du dir deine eigene Welt und entfernst dich dadurch von dir selbst.
Wenn du dich nicht traust, für dich, deine Bedürfnisse und Werte einzustehen, verdrehst du dir deine eigene Welt und entfernst dich dadurch von dir selbst.

Wenn du dich nicht traust, Grenzen zu setzen und dazu gehört tatsächlich, auch mal "Nein" zu sagen oder "Stopp", dann tust du dir selbst damit weh.

Ja ich weiß, das alles ist eher negativ besetzt und genau deshalb tun wir uns als Erwachsene vermutlich auch so schwer damit. Und so passen wir uns an, gehen Kompromisse ein (und Kompromissfähigkeit ist hoch angesehen!), lenken ein, beschwichtigen, reden klein oder um den heißen Brei, weil wir einfach nicht anecken wollen und schon gar nicht als anstrengend, stur, starrköpfig, bockig oder gar als zickig gelten wollen. Genau davor haben wir Angst, denn so sind wir nicht, oder?


Dabei sind das nur die Bewertungen der anderen und zwar genau dann, wenn es unserem Gegenüber nicht in den Kram passt, wenn wir anderer Meinung sind. Wir haben Angst vor Ablehnung oder auch vor Konflikten und verbiegen uns deshalb, stellen unsere eigenen Bedürfnisse zurück - um der Harmonie willen. Wir assoziieren mit dem Thema "Grenzen setzen" gerne Anstrengung, Stress oder gar Diskussionen und Streit. Und darauf haben wir keine Lust und das ist es uns nicht wert - und so reden wir uns alles schön, obwohl wir im Begriff sind, uns selbst zu verlieren und zu verleugnen.




Grenzen setzen ist gelebte Selbstliebe


Ich habe selbst schon unzählige Male eingelenkt und beschwichtigt, mich entschuldigt für Dinge, für die ich mich nicht hätte entschuldigen müssen und alles nur, weil ich so gerne gefallen wollte. Ich habe im Außen gesucht, was ich nur in mir hätte finden können. Und so war ich, wenn ich ehrlich bin, in meinen 20ern und auch noch in meinen 30ern vor lauter gefallen und geliebt werden wollen in Wahrheit auf der Suche nach mir selbst. Aber alles hat seine Zeit und manchmal darf man einfach mehrere Schleifen drehen, bis der Groschen fällt.

Und so musste oder vielmehr durfte ich die Erfahrung sammeln, was passiert, wenn ich mich nicht traue, klar zu sein und genau deshalb auch Grenzen zu setzen.


Vielleicht kennst du das ja auch: Du hast das Gefühl, du drehst dich im Kreis und kommst immer wieder in ähnliche Situationen. Du denkst, du hast die Lektion, die dir das Leben gezeigt hat, verstanden und doch stehst du dann irgendwann wieder an einem Punkt und alles kommt dir irgendwie bekannt vor.


So ging es mir auch. Nicht nur ein Mal, nicht nur zwei Mal und auch nicht nur drei Mal... Keine Ahnung, wie oft und über Jahre immer wieder. Das Ganze gipfelte in einer toxischen Beziehung mit einem Mann, von dem ich heute sagen kann, dass er ein klassischer Narzisst ist: hoch manipulativ und das Ganze mit System. Aber das ist ja ganz typisch für Narzissten. Er brachte mich soweit, dass ich irgendwann anfing, an meinem eigenen Verstand zu zweifeln. Dass ich mich selbst, meine Wahrnehmung, meine Erinnerungen und meine Gedankengänge in Frage stellte und ernsthaft in Erwägung zog, dass ich verrückt werde oder es vielleicht sogar bin.

Und obwohl mir mein Gefühl (mein Herz) von Anfang an signalisierte, dass es falsch ist, diese Beziehung einzugehen, ignorierte ich es über Jahre, weil ich regelrecht besessen von dieser Sehnsucht war, geliebt zu werden. Dazu kam, dass Narzissten hervorragend im Manipulieren sind und unfassbar charmant sein können. Und so drehte ich mir die Dinge immer wieder hin und redete sie schön, anstatt meiner Intuition zu vertrauen. Diese Horror-Achterbahnfahrt ist glücklicherweise schon Jahre vorbei und ich schaffte den Absprung, weil ich dann doch eines Tages "Stopp" und "Nein" sagte. Und das wirklich klar und deutlich.


Was ich dir damit sagen will, sind mehrere Dinge:

Zum Einen bist du nicht alleine mit dem sehnsüchtigen Wunsch nach Liebe und Anerkennung. Du bist nicht alleine damit, an der falschen Stelle zu suchen und genau deshalb Schleifen zu drehen. Und es ist nie zu spät, doch damit zu beginnen, Grenzen zu setzen - Dir selbst zuliebe und vor allem aus tiefer Liebe für Dich selbst.


Mache dir bewusst, wer du bist und was du willst


Grenzen zu setzen ist ein Akt der puren Selbstliebe. Grenzen zu setzen ist authentisch sein. Und authentisch zu sein ist die höchste Form der Selbstliebe. Grenzen zu setzen bedeutet, klar zu sein - im Innen und damit auch nach Außen!


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Du darfst vertrauen, denn wenn du klar bist, tauchen viele Diskussionen überhaupt nicht mehr auf. So als würde dein Gegenüber spüren, wie klar und auch echt du bist. Und durch diese Klarheit setzt du automatisch auch Grenzen, ohne sie durchsetzen zu müssen. Denn: Du drückst dich automatisch anders aus, findest auch andere Worte und es schwingt einfach viel weniger Subtext mit, der leider auch falsch interpretiert werden kann.

Manchmal kommt man aber trotzdem nicht darum herum, wirklich ganz deutlich Grenzen zu setzen, indem du "Nein" oder auch "Stopp" sagt. Was aber nicht tragisch ist, wenn du für dich Klarheit gefunden hast. Denn dann gehört das Setzen von Grenzen einfach dazu und ist plötzlich ganz natürlich. Und auch, wenn sich Menschen dann von dir distanzieren, ist das kein Drama, weil es tief in dir etwas gibt, dass weiß, dass es einfach nicht (mehr) "matched" und es gut ist, wenn sich dann auch Wege trennen.

Schade finden, darfst du das trotzdem - zumindest sehe ich das so.

Wichtig ist nur, dass du dir selbst treu bleibst und nicht auf die Stimme deines verletzten Egos hörst, dass dir einreden will, dass es eine wichtige Eigenschaft ist, Kompromisse eingehen zu können. Doch wenn diese angeblichen Kompromisse bedeuten, deine eigenen Grenzen zu missachten, sind sie keine echten Kompromisse. Du würdest du dich damit einfach nur oder wieder von dir selbst entfernen.


Die Psychologie definiert das Thema "Grenzen setzen" übrigens so:


Das Setzen von Grenzen ist eine bedeutende und unerverzichtbare Fähigkeit zum Schutz der persönlichen mentalen und emotionalen Gesundheit. Grenzen zu setzen signalisiert, dass man die eigenen Bedürfnisse kennt und respektiert. Dies stärkt das Selbstbewusstsein und hilft, Überlastung und Ausnutzung zu vermeiden. Es verbessert zudem Beziehungen, weil man klar kommuniziert, seine Grenzen kennt und diese verteidigt, auch wenn es Widerstand gibt.


Grenzen zu setzen hat also nichts mit Ablehnung zu tun, sondern damit, dich selbst zu kennen und nicht nur zu schützen, sondern dich selbst wirklich wertzuschätzen. Wenn du versuchst, es allen und jedem recht zu machen, bist du weder klar, noch authentisch. Grenzen zu setzen heißt, sich selbst treu zu sein und zu bleiben, seine Werte zu leben und zu verkörpern und vor allem, Selfcare zu leben.


Also frage dich gerne immer mal wieder:

Bist du wirklich klar?

Wo kannst du vielleicht noch klarer werden?

Kennst du deine Bedürfnisse?

Was sind deine Werte?

Was ist dir wirklich wichtig?

Und an welcher Stelle und in welcher Situation darfst du dich einfach trauen, genau das zu verteidigen, indem du auch mal "Nein" oder "Stopp", anstatt "ja, okay" sagst?


Deine Gefühle helfen dir beim Grenzen setzen


Ein Hinweis darauf, dass deine Grenzen von dir selbst oder von anderen verletzt wurden, ist übrigens die Wut!

Also sei achtsam, wenn du wütend und innerlich im Aufruhr bist. Diese Grenzwut fordert dich zum Handeln auf, genauer gesagt zum Gegenlenken und letztlich dazu, wirklich klar und ehrlich für dich selbst einzustehen.


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Alles Liebe!


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