Yoga kann man richtig oder falsch üben
- 17. März
- 5 Min. Lesezeit
Die schmerzvolle Geschichte über meine eigene Yogapraxis und wie daraus dein Yogabuch entstand.
Ich behaupte, die besten Projekte entstehen aus einem Herzensanliegen heraus. Aber es geht nicht nur um Projekte, denn das klingt sehr nach Arbeit. Ich bin davon überzeugt, dass die besten Dinge und überhaupt die besten Entscheidungen dann entstehen und möglich werden, wenn du dich von deinem Herzen leiten lässt.
Wenn da ein tiefer innerer Wunsch in dir auftaucht, der dich dazu auffordert, aktiv zu werden und einfach zu machen. Just do it! Auch wenn dein Verstand, den wir gerne Vernunft nennen, das Ganze kleinzureden versucht oder Zweifel äußert.
Just do it!
So ging es mir mit meinem Yogabuch „Yoga richtig üben“, das ich 2025 beim Meyer + Meyer Fachverlag veröffentlichen durfte.

Der Wunsch, ein Buch darüber schreiben zu wollen, wie man Yoga richtig übt, ist übrigens nicht über Nacht, sondern über mehrere Jahre entstanden. Ich hatte schon Workshops dazu angeboten, wollte aber letztlich eine größere Zielgruppe erreichen. Und so ist alles in mir gewachsen, durfte in Ruhe reifen und letztlich war er da: Dieser Wunsch und dieses tiefe Bedürfnis, ein Buch schreiben zu wollen.
Ich weiß, dass ich nichts weiß - das hat schon Sokrates gesagt
Mir ging es bei dem Thema nie darum, zu behaupten, dass ich alles weiß oder dass ich alles besser weiß. Im Gegenteil, ich durfte meine eigenen, teilweise wirklich bitteren, weil schmerzhaften Lektionen lernen, um inzwischen zu wissen, dass man „Yoga richtig üben“ kann und eben einfach auch falsch. Und letzteres habe ich am eigenen Leib nicht nur ein Mal erfahren, sondern mehrmals.
Ich habe jahrelang andere Yogalehrer beobachtet, habe meine eigenen Yogaschüler beobachtet, war mit meinen Yoga Azubis im Austausch und mit meinen Referentenkolleginnen, mit denen ich seit vielen Jahren gemeinsam Yogalehrende erfolgreich aus- und weiterbilde. Und es ist im Grunde sehr einfach, Schmerzen in den Handgelenken, Schultern, Knien und Hüften zu vermeiden. Und die sind bei Yogis weiter verbreitet als du vielleicht denkst.
Dazu kamen die immer mal wieder in den Medien auftauchenden Artikel, die Yoga schlecht machen und wegen der Verletzungsgefahr sogar vor Yoga warnen. Diese stimmten mich nachdenklich und teilweise verärgerten sie mich, denn ich kenne Yoga schon so lange und weiß, dass es wirkt und wirklich bei vielen Beschwerden und Themen helfen kann – wenn man „richtig“ übt.
Ich habe mich mehrmals beim Yoga verletzt
Gut möglich, dass du jetzt staunst und kaum glauben kannst, was ich dir nun erzähle: Ich habe mich über die Jahre schon einige Male beim Yoga verletzt. Man könnte auch sagen: ich habe mich wegen Yoga verletzt.
Das erste Mal war es ein Muskelfaserriss im Oberschenkel. Ich befand mich mitten in meiner zweiten Yogaausbildung, was also schon ausgebildete Yogalehrerin. Das Thema war Ashtanga Yoga. Das ist ein sehr alter Yogastil aus Indien, den ich im Rahmen meiner Ausbildung nicht nur theoretisch, sondern natürlich auch praktisch kennenlernen durfte. So leitete unsere Ausbilderin die so genannte „1. Serie“ des Ashtanga Yoga an und die ist wirklich schweißtreibend und enthält auch einige anspruchsvolle Asanas. Die Yogapraxis machte Spaß, auch wenn sie wirklich anstrengend war und meine Lehrerin war großartig. Und als wir dann ungefähr beim letzten Drittel der Serie angekommen waren, war ich – so würde ich es rückblickend beschreiben – so voller Glückshormone, dass ich einfach übermütig war und meine körperlichen Grenzen dummerweise ignorierte. In der sitzenden Grätsche habe ich es dann mit dem Dehnen schlichtweg übertrieben und ich werde das Gefühl, als einzelne Muskelfasern in meinem Oberschenkel rissen, wohl nie vergessen.
Schmerzen im Knie bei jedem Schritt
Später entwickelte ich trotz inzwischen über 500 Stunden Yogalehrausbildung Knieschmerzen, die nach jeder Yogastunde wiederkehrten und schließlich auch im Alltag bei längeren Spaziergängen auftraten. Ich ging wegen meiner Schmerzen zu einem Orthopäden, der mir weißmachen wollte, dass ich O-Beine habe. Völliger Blödsinn.
Heute weiß ich, dass ich mich jahrelang in verschiedenen Standhaltungen falsch ausgerichtet und dabei meine Knie fehlbelastet hatte, was sie mich dann irgendwann durch Schmerzen spüren ließen. Glücklicherweise konnte ich noch gegenlenken und meine Knieschmerzen sind wieder verschwunden. Ich hatte echt großes Glück, dass ich meine Knie nicht schon irreparabel geschädigt hatte.
Schmerzen in den Hüftgelenken und Angst vor Arthrose
Dass selbst der angeblich so sanfte Yin Yoga nicht ohne ist und die Gelenke überfordern kann, habe ich durch Hüftschmerzen erfahren. Ich bibberte innerlich über Monate, denn ich hatte Sorge, dass ich womöglich bereits eine Arthrose entwickelt haben könnte.
Aber toitoitoi, auch die Hüftschmerzen sind wieder verschwunden, nachdem ich auch an dieser Stelle gegengesteuert habe. Ich habe verstanden, was Gelenke mögen und was nicht, was überlastet und was fehlbelastet. Und sie bis zum Maximalen zu strapazieren, ist einfach falsch. Auch wenn man den Körper im Yin Yoga passiv dehnt, schadet es auf Dauer den Gelenken. Denn wenn man muskulär loslässt und so komplett in den Gelenken hängt und dadurch enormen Druck auf sie ausübt, wird das irgendwann zu viel. Heute nutze ich grundsätzlich Hilfsmittel im Yin Yoga, um meinen Körper abzustützen und so meine Gelenke zu schützen. So kann ich trotzdem komplett loslassen und körperlich entspannen, baue aber keinen unnötig starken Druck durch die Schwerkraft auf.
Ich habe mir Hilfe und Expertenwissen gesucht
Ich habe selbst keine Ausbildung als Physiotherapeutin und bin auch keine Ärztin oder Orthopädin. Trotzdem habe ich durch meine absolvierten Yogaausbildungen bei wirklich großartigen Yogalehrerinnen viel über Anatmie lernen können. Ich habe zudem Yogalehrerkolleginnen um Rat gefragt, die zudem auch Physiotherapeutinnen oder Sporttherapeutinnen sind. Und so konnte ich letztlich verstehen, warum mein Körper mit Schmerzen reagiert hat und – was noch wichtiger ist - meine Yogapraxis entsprechend korrigieren, um mir nicht weiter zu schaden.
Meine Fehler beim Yoga sind weit verbreitet
Da ich über viele Jahre beobachten konnte, dass es sehr vielen Yogis und sogar Yogalehrenden ähnlich geht wie es mir erging, wollte ich meine Erkenntnisse über das richtige Üben gerne teilen. Ich hatte den Wunsch, andere vor so schmerzhaften Erfahrungen wie mit meinen eigenen Knien, Hüften und dem Muskelfaserriss bewahren. Und so reifte letztlich der Wunsch nach meinem Buch weiter und ich schickte mein Expose dazu an Verlage. Meyer + Meyer sagten zu und verwirklichten damit dieses wichtige Buch.
Yoga richtig üben - ist ein Buch für alle
Mein Buch "Yoga richtig üben" ist ein Sachbuch und sollte es schon immer sein. Und Sachbücher richten sich an eine breite und große Zielgruppe und nicht an die Superexperten auf einem Gebiet. Diese würden Fachbücher bevorzugen. Ich habe also mein Buch bewusst und gewollt in einer leicht verständlichen Sprache geschrieben, damit es möglichst vielen Menschen helfen kann.
Und die höchste Stufe des Lernens ist, das Erlernte an andere weitergeben zu können – und dies in einer Art und Weise, dass es das Gegenüber auch verstehen und begreifen kann.
Ich habe inzwischen viele sehr positive Rückmeldungen zu diesem Buch erhalten. Sogar von Yogalehrenden, die sehr dankbar für meinen leicht verständlichen Schreibstil sind und mein Buch als Bereicherung sehen. Die anatomischen Infos in meinem Buch habe ich übrigens alle mit einer ausgebildeten Physiotherapeutin besprochen, was bedeutet, dass sie wirklich Hand und Fuß haben.
Trotzdem hat sich jemand, der mich offenbar kennt, die Mühe gemacht, eine „vernichtende“ Kritik auf Amazon über dieses Buch, in dem so viel Herzblut und auch Wissen und Erfahrung steckt, zu verfassen. Eine Kritik, die in mir die Frage aufwirft, wie sehr von Zorn oder auch Neid und Missgunst manche Menschen wohl getrieben sein müssen, dass sie sich die Mühe machen, so viel Text zu verfassen, der haarscharf am Thema „Verleumdung“ und „üble Nachrede“ vorbeischrammt, denn das wären beides Strafstaatbestände.
Nun liegt es an dir, ob du diesen Worten Glauben schenken möchtest oder dir lieber deinen persönlichen Eindruck machst. Ob du dich lieber auf die positiven Rückmeldungen konzentrierst und ihnen vertraust.
Ich bin gespannt, wie dir „Yoga richtig üben“ gefällt. Jedenfalls wünsche ich dir viel Freude damit und vielleicht ja auch den ein oder anderen Aha-Moment beim Lesen.
Deine Mel





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