Achtsamkeit macht glücklich
- vor 4 Tagen
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Ganz im Hier und Jetzt ankommen und das Gedanken- und Grübelkarusell stoppen, schaffst du nur mit Achtsamkeit. Wie das funktioniert und warum diese Übung so wertvoll ist, erfährst du hier.
Du kennst sicherlich auch diese kleinen Momente, in denen du die Zeit vergisst, einfach nur zufrieden und glücklich bist und dann fällt es dir plötzlich auf, dass du gerade gar nichts gedacht hast, sondern einfach nur ganz da und im Fühlen warst. Das ist Achtsamkeit.
Wenn du mit deinem ganzen Sein im Hier und Jetzt bist. Wenn du nicht nur körperlich anwesend bist, sondern mit deiner ganzen Aufmerksamkeit da bist - im gegenwärtigen Moment. Und das ist ein großartiges, geradezu wundervolles Gefühl. Diese Momente, in denen der Verstand einfach mal Pause macht und du ganz im Leben stehst, mit allen Sinnen und in voller Präsenz. In diesen Momenten gibt es keinen Stress mehr - kein Sorgen, keine Wut, keine Zweifel, keinen Neid, keinen Zorn, keine Enttäuschung, keine Angst... alles einfach weg.
Ich bin mir sicher, jeder kennt solche Momente und Situationen, in denen wir einfach nur da sind zu 100% und wahrnehmen und erleben - anstatt zu grübeln und zu analysieren, anstatt Dinge zu erledigen oder einfach nur zu funktionieren.
Jon Kabat-Zinn ist ein weltbekannter Name, wenn es um das Thema Achtsamkeit geht oder auch englisch "mindfulness". Er definierte Achtsamkeit als Zustand, in dem wir bewusst wahrnehmen, was genau jetzt ist und geschieht und dies, ohne zu bewerten.
Aber geht das überhaupt, nicht zu bewerten?
Immerhin scannt unser Nervensystem 24/7 alle Reize und Eindrücke aus dem Außen in rasender Geschwindigkeit. Es bewertet alle Informationen, die wir über unsere Sinne wahrnehmen, ob sie gefährlich, potentiell bedrohlich oder ungefährlich oder sogar völlig irrelevant sind. Und immer, wenn unser Nervensystem eine Information als Bedrohung oder Gefahr wertet, startet unser Überlebensprogramm fight-flight-freeze und wir sind gestresst.
Übrigens scannt unser Nervensystem auch alle Gedanken, die wir denken. Denn jeder Gedanke lässt eine dazu passende Emotion entstehen, die dann wiederum weitere dazu passende Gedanken kreiert usw. Damit können auch unsere Gedanken Stress auslösen, was man auch imaginären Stress nennt.
Beobachte dich mal im Alltag, wie schnell das Ganze bewerten abläuft und wie oft du deinen Stresspegel oftmals selbst noch mehr in die Höhe treibst.
Ein schönes Beobachtungsfeld, um dir Bewertungen bewusst zu machen, ist das Autofahren:
Stell dir vor, du fährst die Straße entlang und plötzlich nimmt dir ein anderer Autofahrer die Vorfahrt. Die meisten Menschen - und ich gestehe, auch ich gehöre oft dazu - reagieren mit Geschimpfe oder gar mit Beleidungen, während oder direkt nachdem sie auf die Bremse getreten sind, um einen Crash zu vermeiden. Da wird der Schreck blitzschnell zur Empörung, zur Wut und man schimpft, was das Zeug hält. Wir werten ab, unterstellen dem anderen so allerhand und merken dann, wie dabei der Blutdruck steigt, das Herz pocht und man muss erstmal tief durchatmen.
Dabei ginge es auch anders:
Du könntest die Bremse treten, tief durchatmen auf den Schreck hin - und dir bewusst machen, dass dir gerade jemand die Vorfahrt genommen hat und du schnell genug reagieren konntest.
Du könntest sogar noch weiter gehen und das erste Szenario umdeuten:
Du könntest dir sagen, dass der andere Autofahrer einfach einen Fehler gemacht hat und das kann schließlich jedem Mal passieren. Und du könntest nachsichtig sein, denn immerhin hast du so schnell reagiert, dass kein Unfall passiert ist. Du könntest dafür sogar stolz auf dich sein. Du könntest dankbar sein für deine schnelle Reaktionsfähigkeit.
Achtsamkeit üben mit schönen Dingen
Achtsamkeit üben geht am besten, wenn du dich ganz auf eine Sache konzentrierst, die wirklich Freude macht und dir gut tut.
Das kann eine Yogastunde sein, eine Meditation, eine Soundhealing-Session, ein Saunabesuch, ein Schaumbad oder eine wohltuende Dusche, ein Spaziergang, ein leckeres Essen, Spielen oder Kuscheln mit deinem Kind oder deinem Haustier... es gibt natürlich noch viel mehr Möglichkeiten.

Auch wenn du einem Menschen, der dir wichtig ist, einfach nur zuhörst, wenn er dir etwas erzählt, ohne nebenbei schon nach Lösungen oder Ratschlägen zu suchen und ohne in deinen Erinnerungen nach vergleichbaren Erlebnissen zu kramen.
Einfach da sein. Zu 100%. Jetzt.
Das ist Achtsamkeit. Mit allen Sinnen wahrnehmen. Und dann wird es im Kopf angenehm still und Gefühle von Freude, Zufriedenheit, Dankbarkeit, Mitgefühl, Glück und Liebe breiten sich in dir aus.
Es ist wirklich so: Achtsamkeit macht glücklich - je öfter du dich darin übst, umso mehr Glücksmomente sammelst du. Und das hat eine Wirkung auf deine innere Haltung, dem Leben, allen anderen und auch dir selbst gegenüber. Und das macht dich mitfühlender, verständnisvoller, gütiger, freundlicher und zufriedener - anderen und ihren Fehlern und Missgeschicken gegenüber und auch dir selbst und deinen Fehlern gegenüber.
Das heißt, wenn du beginnst, Achtsamkeit zu üben, wird es nach und nach immer leichter, sie zu finden, weil sich deine ganze Grundhaltung dem Leben gegenüber verändert. Du genießt mehr und kämpfst weniger!
Deine Mel





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