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Die 6 goldenen Regeln - meine Didaktik-Gebote für den Yogaunterricht

  • vor 2 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Du bist vor allem dann eine gute Yogalehrperson, wenn du die Regeln der Didaktik verstanden hast und nicht, wenn du fortgeschrittene Asanas perfektioniert hast.


Selbstverständlich darfst du, sofern es dein Körper ermöglicht, deine eigene Yogapraxis perfektionieren. Du darfst Asanas in Perfektion ausführen können im Sinne des körperlich maximal Möglichen. Das allein macht dich aber noch nicht zu einer guten Yogalehrperson. Schon gar nicht, wenn du dein körperliches Können vor deinen Yogaschüler:innen performst.


Die Diadaktik macht dich gut


Deine Didaktik als Yogalehrerin und Yogalehrer ist der Schlüssel, der deinem Unterricht echte Qualität und vor allem auch Tiefe verleiht.


Nicht die körperliche Perfektion macht dich zur guten Yogalehrperson, sondern deine Didaktik
Nicht die körperliche Perfektion macht dich zur guten Yogalehrperson, sondern deine Didaktik

Meine 6 Didaktik-Gebote für den Yogaunterricht


Regel Nr. 1: Die Ansprache

Ich liebe es, meine Teilnehmenden mit "Du" anzuleiten. Denn dadurch fühlt sich jeder Mensch im Raum gesehen, was Vertrauen schafft und Sicherheit gibt. Wenn du das "Du" wählst, kann sich auch niemand in der Gruppe verstecken, sondern alle sind ganz bei der Sache: bei sich selbst und bei ihrer Yogapraxis. Denn genau dazu sind sie ja alle hier.

Wählst du stattdessen "Ihr" als Anrede, verdeutlichst du, das in einer Gruppe geübt wird. Das klingt erstmal sinnvoll und richtig, aber du erzeugst auch eine gewisse Distanz zwischen dir selbst und deinen Teilnehmenden. Die Frage, die du dir stellen darfst, wenn du zum "Ihr" tendierst ist also: Warum willst du diesen Abstand oder warum hast du das Gefühl, du brauchst diesen Abstand? Und beim "Ihr" hast du zudem wieder die Thematik, dass du die Gruppe betonst und sich die einzelnen Personen so möglicherweise nicht richtig wahrgenommen fühlen.

Wählst du das "Wir", betonst du die Gemeinschaft und das Miteinander. Allerdings fühlt sich so der Einzelne nicht 100% gesehen und ernst genommen, was sich auch auf das Vertrauen in dich als Yogalehrperson auswirken kann.

Im Kinderyoga hast du ein anderes Setting, in dem wirklich das "wir" am besten passt, weil es darum geht, gemeinsam Yoga zu üben und dabei Spaß zu haben.

Regel Nr. 2: Vermeide Verneinungen

Da unser Unterbewusstsein keine Verneinungungen kennt, ist es absolut sinnvoll, auf diese zu verzichten. Erkläre und sage, was deine Teilnehmer tun sollen und was sie beachten sollen. Verneinungen sind unnötige Füllwörter. Wenn du betonst, was man nicht tun soll, ist der Fokus genau dort.


Regel Nr. 3: Setze Prioritäten & sei klar

Zu jeder Yogaübung (Asana) kann man unsagbar viel erzählen und erklären. Von der technischen, also körperlichen Ausrichtung über die energetische Wirkung bis hin zur Symbolik.

Damit du deine Teilnehmer nicht mit Informationen überfrachtest und dein Unterricht nicht zu einem Fachvortrag wird, halte dich mit Infos und Ansagen zurück. Sage also immer zuerst das Wichtigste in Punkto Ausführung. Gebe dabei klare, konkrete Anweisungen. Und wenn noch Zeit ist, um mehr zu sagen, dann ergänze mit einem "nice to have" bei der technischen Ausführung oder mit einem "nice to know", aber mehr nicht.


Zeige, wie es anatomisch richtig ist, ohne dass es perfekt im Sinne von maximal möglich sein muss
Zeige, wie es anatomisch richtig ist, ohne dass es perfekt im Sinne von maximal möglich sein muss

Regel Nr. 4: Lernen am Modell - zeige, wie es richtig geht

Auch wenn in der Yogawelt die Ansicht weit verbreitet ist, dass eine gute Yogalehrperson die Asanas nicht selbst mitmacht, sehe ich das anders. Meine Erfahrung ist, dass es viele Teilnehmenden hilfreich und wertvoll finden, wenn ich die Übungen selbst auch ausführe und sie so vorzeige. Das "Lernen am Modell" ist eine sehr effektive Form des Lernens. Denn Nachzuahmen fällt uns in der Regel recht leicht. Also warum nicht einfach zeigen, worauf es ankommt?

Natürlich musst du nicht die ganze Yogastunde über mitmachen, aber mache dich frei von dieser radikalen Meinung, dass ein guter Yogalehrer nichts vormachen darf.


Demonstriere dabei Asanas immer so, dass sie anatomisch sinnvoll und korrekt ausgeführt sind. Das müssen keine "Bilderbuch-Asanas" sein, die das körperlich maximal Mögliche darstellen. Zeige die Übungen so, wie sie für dich selbst, deinen Körper und deine Tagesform passend sind.


Ich habe übrigens ein Buch geschrieben, wie man Yoga richtig übt. Also falls du wissen willst, welche Ausrichtungsprinzipien wichtig und auch korrekt sind, schau es dir gerne an:


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Regel Nr. 5: Lasse die Stille sprechen & gebe Raum zum Spüren

Erinnere dich immer wieder daran, warum Yoga wirkt. Es führt dich aus dem Kopf in den Körper und so aus dem Denken und Grübeln ins Spüren und Fühlen.

Spreche deshalb nicht ohne Punkt und Komma, sondern mache bewusste Sprechpausen. Atme immer wieder in Ruhe tief durch. Gebe deinen Teilnehmern auf diese Weise den wertvollen Raum und die Zeit, um zu spüren und zu fühlen. Wenn du ohne Pause sprichst, geht das nicht.


Regel Nr. 6: Bleibe bei einem Thema

Ich verstehe es total, dass du viel zu sagen hast, wenn du Yoga unterrichten möchtest und dass du diesen Job auch gut machen möchtest.

Es gibt so viel zu erklären und zu wissen, so viele wertvolle, wichtige Anweisungen und auch spannende Impulse, die man als Yogalehrperson seinen Teilnehmern geben kann. Zur Yogapraxis insgesamt, zur Philosophie, zur Wirkung, zum Mindset und und und.

Trotzdem hat eine Yogastunde klassischerweise ein (1) Thema und nicht mehrere.

Und so ein Thema kann ein rein körperliches Thema sein wie zum Beispiel "Rückbeugen". Ein Stundenthema kann auch eine Mischung aus verschiedenen Aspekten sein (körperlich, mental, emotional oder sogar energetisch) wie zum Beispiel: hüftöffnende Übungen für das Sakralchakra und die Welt der Emotionen.


Trotzdem hat eine gute Yogastunde immer ein (1) Thema. Also lass weniger mehr sein, denn so bekommt dein Unterricht echte Tiefe. Bleibe bei diesem einen Thema, das dir wichtig ist und halte diesen "roten Faden". Vermeide, in andere Themen abzudriften oder mehr Themen als eines in deiner Yogastunde aufzugreifen. Denn es gibt auch ein "zuviel des Guten".



Ich hoffe, meine 6 goldenen Regeln sind auch für dich hilfreich. Ich nutze meine Didaktik-Gebote für den Yogaunterricht selbst seit vielen Jahren.


Alles Liebe


Deine Mel






 
 
 

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