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Warum Yin Yoga so gut tut

vor 10 Minuten
3 Min. Lesezeit

Yin Yoga zählt zu den sanftesten Yogaformen überhaupt. Doch lasch oder langweilig ist Yin Yoga ganz sicher nicht, denn es kann insbesondere mental und emotional eine echte Challenge sein. Warum das so ist, erkläre ich dir.


Yin Yoga ist ein sehr junger Yogastil aus den USA. Seine Markenzeichen sind Langsamkeit, langes Halten der Übungen über mehrere Minuten und der Einsatz von Hilfsmitteln. Das alleine klingt noch recht unspektakulär, vielleicht sogar langweilig und für Softies.

Der Knackpunkt ist, dass wir es in unserer modernen Welt überhaupt nicht mehr gewohnt sind, langsam zu machen, geschweige denn, innezuhalten. Wir sind die Ruhe und Stille nicht mehr gewohnt, weil wir ständig mit irgendwelchen Dingen beschäftigt oder am Grübeln sind.


Yin Yoga ist eine Übung im Loslassen und Entspannen. Das passive Dehnen des Körpers ist ein wertvoller Impuls für die Faszien
Yin Yoga bedeutet, loslassen und entspannen - nicht nur körperlich, sondern auch mental.

Loslassen und Entspannen statt weiter Powern

Im Yin Yoga heißt die Aufgabe: Entspanne dich und lasse los - nicht nur körperlich, sondern auch im Geist. Doch oftmals ist es so, dass es im Kopf ganz laut, unruhig und wild wird, wenn wir stillstehen. Im Yoga nennt man das auch den "Monkey Mind". Aber es geht noch weiter: Du darfst in die einzelnen Yogaübungen des Yin Yoga hinein entspannen, so als würde dein Körper schmelzen. Das musst du auch, weil die einzelnen Übungen für mindestens 2 Minuten und auch deutlich länger gehalten werden. Wenn du dazu deine Muskelkraft nutzt, kommst du durch die lange Haltedauer schnell an deine Grenzen und löst dadurch neuen Stress in dir aus. Du sinkst stattdessen in die Haltung und damit in den Dehnimpuls hinein, der für das Fasziengewebe sehr wertvoll ist und passives Dehnen (Englisch: melting stretch) heißt.


Damit wird Yin Yoga zu einer Übung in purer Hingabe und Geschehenlassen. Eben ganz seinem Namen entsprechend. Denn das Aktivsein ist "Yang", das Geschehenlassen und die Hingabe sind "Yin". Und da unsere moderne Welt so sehr von "Yang" geprägt ist durch ihre Hektik, ihren Leistungsdruck und die vielen Termine und Reize, lechzt unser System eigentlich nach dem Gegenpol, den du nur im "Yin" findest.


Yin Yoga als Challenge

Da wir das Passivsein und Geschehenlassen gar nicht mehr gewohnt sind oder sogar verlernt haben, ist alleine das körperliche Entspannen in den Übungen oftmals gar nicht so leicht. Aber genau das ist die Essenz im Yin Yoga. Wenn du dich allerdings geduldig und nachsichtig mit dir bist, wirst du dich schnell daran erinnern, wie du körperlich loslassen kannst. Dein Körper weiß, wie es geht. Du darfst ihm vertrauen.

Und auch die mentale Ebene ist nicht zu unterschätzen. Wir sind es gewohnt, zu denken, zu grübeln, uns Sorgen zu machen, Lösungen zu entwickeln, zu analysieren, zu werten, zu urteilen und versuchen uns in Multitasking. Und im Yin Yoga darfst du all das einfach mal sein lassen.

Das ist natürlich leicht gesagt, aber wir alle können das und finden mit etwas Übung auch diese Fähigkeit in unserem fest abgespeicherten Repertoire wieder. Am besten, du konzentrierst dich dazu auf deine Atmung und atmest tief durch die Nase ein und aus. Du kannst dich auch voll und ganz auf deinen Körper konzentrieren und alle Empfindungen während des Übens ganz achtsam beobachten und erforschen. Oder du machst beides - aber bitte nacheinander und nicht gleichzeitig.


Im Yin Yoga darf die Stille mit dir sprechen und deine Gedanken zur Ruhe kommen.
Im Yin Yoga darfst du dich vollkommen entspannen und so die Stille sprechen lassen.

Warum Yin Yoga so gut tut - und dich in Balance bringt

Alles in allem schenkst du dir mit Yin Yoga wichtige Impulse, die du brauchst, um in deine Balance zurück zu finden. Und das tut einfach so gut:


  • passives Dehnen zum Spannungs- und Stressabbau und um deinen Energiefluss zu harmoniseren

  • Entspannung als Gegenpol zum Powern und Stress

  • Entspannung zur Regulation deines Nervensystems und AKtivierung des Parasympathikus

  • Passives Dehnen als Trainingsimpuls für gesunde Faszien

  • Geschehenlassen und Hingabe üben als Ausgleich zum Aktivsein und Gestresstsein

  • Entschleunigung und Geschehenlassen zur Entspannung des Gehirns und zur Beruhigung deiner Gedanken

  • ausgiebiges passives Dehnen für mehr körperliche Beweglichkeit und zum Lösen von Verspannungen

  • Üben von Hingabe zur Förderung von Vertrauen in das Leben

  • Passive Dehnimpulse und bewusste Entspannung zur Vervollständigung eines ganzheitlichen Trainings

  • Wiederentdeckung von Stille und innerer Ruhe als Quelle der Inspiration und Kreativität


Yin Yoga gibt es regelmäßig im Yogasoul - auch als Präventionskurs mit Zuschuss deiner Krankenkasse. Und du kannst sogar Yin Yoga unterrichten lernen.







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