Positives Denken macht nicht glücklich!
Denk positiv - ein bekannter Slogan. Aber das alleine macht dich noch lange nicht glücklich. Warum das wahr ist, erfährst du hier.
Ich behaupte, alle Menschen streben bewusst oder unbewusst nach Glück. Wir alle wünschen uns ein glückliches, erfülltes Leben. Und um dieses glückliche Leben zu erreichen, jagen wir nach dem Glück. Wir suchen. Wir hoffen. Wir wünschen. Wir sehnen uns danach.
Und wir üben uns im positiven Denken, um dieses heiß ersehnte Glück zu finden. Und vielen Menschen gelingt dies auch. Wir kultivieren positive Gedanken in uns und fühlen uns damit wohl - so wohl, dass wir anfangen, alles, was dieses zerbrechliche Glück, das wir mit unseren Gedanken gefunden haben, abzuwehren, wegzuschieben oder sogar zu verleugnen. Alles, was zu unseren "Positive Vibes" nicht passt, wird gefährlich. Denn unsere Sonnenschein-Bubble ist so schön und wir fühlen uns darin so unglaublich wohl - obwohl wir ingeheim wissen, dass sie eine Illusion ist.

Positives Denken alleine reicht nicht
Dein Wunsch oder gar Vorsatz, möglichst oft oder am besten immer positiv zu denken, ist in der Tat ein schöner Gedanke. Aber das Denken alleine reicht einfach nicht aus. Du bist wie alle Menschen eine Einheit aus Körper, Geist und Seele. Und jeder positive Gedanke bleibt nur ein Gedanke, wenn du dich nicht auch entsprechend fühlst.
Und auch das Fühlen on top zum Denken reicht nicht aus, wenn du diesen Gedanken und die dazu passenden Gefühle nicht wirklich lebst. Damit meine ich: Handle auch genau so. Verhalte dich dir selbst und anderen gegenüber genau so, wie du es denkst und in Form von Emotionen erlebst.
Dankbarkeit bleibt ein Gedankenkonstrukt, wenn du dich nicht auch dankbar und wertschätzend verhältst. Mitgefühl bleibt eine leere Phrase, wenn du nicht auch genau so handelst, in dem du wirklich zuhörst, für jemanden einfach da bist oder deine Hilfe anbietest. Mut verebbt im nirgendwo, wenn du etwas trotz Angst oder Sorge nicht einfach trotzdem machst. Liebe bleibt unecht, wenn du sie an Bedingungen knüpfst und sie nicht selbstlos und ihrer selbst willen lebst.
Erlaube dir also unbedingt, dich entsprechend deiner positiven Gedanken zu fühlen. Und dann geh los und handle auch danach. Setze deine positiven Gedanken in die Tat um. So verkörperst du sie und deine positiven Gedanken werden mehr und mehr Teil deiner Identität - und letztlich fester Bestandteil deines Lebens, indem sie ihre Wirkung auch im Außen entfalten.
Positive Vibes Only - Dieser Wunsch ist eine Falle
Es gibt unfassbar viele T-Shirts, Yoga-Tops, Hoodies und Sweatshirts mit diesem Aufdruck. Ich mag ihn nicht und ich möchte niemals so ein Shirt tragen.
Denn dieser Spruch suggeriert uns, dass der Weg ins Glück und in die Zufriedenheit genau so funktioniert: nur noch positive Vibes in Form von Gedanken und Gefühlen. Aber das ist ein Irrtum und vor allem ein Irrglaube!
Denn unsere Welt, unser gesamtes Universum ist polar. Kein Tag ohne die Nacht, kein Wach-sein ohne den Schlaf, kein Licht ohne Schatten, keine Freude ohne Schmerz.
Demzufolge macht es keinen Sinn, nach ewigem Sonnenschein zu suchen oder nach einem Zustand, in dem dir 24/7 die Sonne aus dem Hintern scheint. Das wäre vermutlich auch ziemlich langweilig auf Dauer.
Ich finde es wichtig, die Gelassenheit, Zufriedenheit und Dankbarkeit in dir zu suchen. So gut es dir möglich ist, positiv zu denken, macht Sinn. Nicht vom worst case scenario auszugehen, sondern dich darin zu üben, im Vertrauen zu bleiben und das trotz Sorgen und Angst. Und doch ist es absolut menschlich, dass du immer wieder aus deiner Mitte purzelst und es eben nicht immer und jeden Tag gelingt, immer nur in diesen "positive vibes" zu sein. Und mehr noch!
Du darfst dich auch mal ärgern, du darfst auch traurig oder wütend sein, zornig, enttäuscht, niedergeschlagen, eifersüchtig oder neidisch, voller Trauer oder Misstrauen. Wichtig ist nur, dass du es bemerkst.
Und dann halte inne und fühle all das bejahend, indem du es zulässt. Spüre in dich hinein, atme tief ein und aus. Atme durch die Nase tief ein und aus. Und vielleicht machst du das mehrere Minuten lang oder auch immer wieder.
Erlaube all den "negative vibes" da zu sein, denn sie haben immer eine Botschaft für dich. Allem voran sagen dir diese eher unangenehmen Gefühle, dass du nicht mehr in deiner Mitte bist. Dass du nicht mehr mit deinem Herzen verbunden bist.
Und das ist einfach okay. Das ist Teil deines und unser aller Leben.
Aber diese unerwünschten Vibes sagen dir noch mehr:
Vielleicht bist du traurig, weil du dich von etwas oder jemandem verabschieden musstest und du brauchst einfach noch Zeit, um loslassen und um in Liebe gehenlassen zu können.
Vielleicht bist du wütend, weil jemand deine Grenzen verletzt hat und oder weil du deine Grenzen nicht klar gezogen hast. Oder weil dir etwas misslungen ist und du dir jetzt erstmal ganz in deiner Zeit selbst verzeihen darfst. Vielleicht bist du neidisch, weil du jemanden bewunderst und dich danach sehnst, auch so erfolgreich, mutig, charismatisch oder was auch immer zu sein.
Vielleicht bist du niedergeschlagen, weil du Angst hast und dich noch nicht getraut hast, einfach trotzdem loszugehen. Vielleicht bist du verzweifelt, weil du auf ein Zeichen wartest, welcher nächste Schritt der richtige ist und darfst erst noch begreifen, dass du selbst dein Zeichen bist, in dem du auf dein Herz vertraust und einfach losgehst.
Wenn du dich genau darauf einlässt und die Botschaft hinter deinen unangenehmen Gefühlen und Gedanken erkennst, lösen sich diese "dunklen vibes" auf und du bist ein Stück gewachsen und noch lichtvoller als du zuvor warst. Ja genau, kein Licht ohne die Dunkelheit.
Mit Herz & Seele - positives Denken, echtes Fühlen und Tun
Nur wenn du dein positives Denken mit Emotion verbindest und ins Tun, Handeln und Machen kommst, schließt sich der Kreis. Nur wenn du die Botschaft erkennst, die in deinen negativen Gedanken und Emotionen steckt, wird alles rund.
Denn deine Suche nach dem Glück ist kein Ziel, sondern eine Reise, die Leben heißt.
Alles Liebe
Deine Mel





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