Stress ist normal, darf aber nicht dein Normalzustand sein!
- 21. Apr.
- 5 Min. Lesezeit
Unser Alltag ist voll davon und für viele ist es normal geworden, gestresst zu sein. Stress zu empfinden ist zwar Teil des Lebens und wir alle haben diese Fähigkeit, aber es ist fatal und vor allem gesundheitsschädlich, wenn dieser Zustand zum Normalzustand wird.
Aber was ist denn jetzt genau damit gemeint, dass Stress zwar normal ist, aber nicht normal sein darf? Ganz einfach: Gestresst zu sein, ist etwas zutiefst Menschliches und auch Natürliches. Wir sind alle in der Lage, Stress zu empfinden. Und die so genannte Stressreaktion "fight - flight - freeze" ist in unserem Nervensystem fest verankert und als Notfall- und Überlebensprogramm gespeichert. In allen Säugetieren ist dieses Programm verankert und wird immer dann aktiv, wenn wir uns in Gefahr befinden.
Dein Nervensystem beschützt dich
Der Hintergrund ist der, dass unser Nervensystem eine Beschützerrolle hat. Es scannt 24/7 alle eingehenden Informationen und bewertet blitzschnell, ob es sich um eine potentielle Gefahr handelt oder ob wir sicher sind.
Und immer dann, wenn unser Nervensystem entscheidet, dass wir uns in einer gefährlichen oder bedrohlichen Lage befinden, aktiviert sich unser Stressprogramm "fight - flight - freeze". So soll unser Überleben gesichert werden, indem unser Körper unglaublich viel Energie und auch Kraft bereitstellt. So können wir schnell reagieren und entweder angreifen, flüchten oder uns verstecken und Schutz suchen.
Allerdings befinden wir uns in unserer modernen Welt eher selten und hoffentlich überhaupt nie in echter Lebensgefahr. Trotzdem aktiviert sich unser Überlebensprogramm jedes Mal, wenn wir in vermeintlicher Gefahr sind.
Und nicht nur alle Reize aus dem Außen, die wir über unsere Sinne wahrnehmen, werden entsprechend gescannt, ob sie gefährlich sind, sondern auch unsere Gedanken und Emotionen.
Wir sind alle Meister des Dramas
Mal ehrlich: Wir sind alle Meister darin, innere Dramen zu spinnen. Wir denken, grübeln, konstuieren Worst Case Szenarien in unseren Köpfen und steigern uns bewusst und durchaus auch unbewusst in Dinge hinein.
Manche Menschen haben sogar die Grundhaltung, dass sie lieber grundsätzlich erstmal vom Schlimmsten ausgehen, weil sie so nicht enttäuscht werden können.
All diese Dramen in unserem Kopf lösen Stress in uns aus und aktivieren unser Überlebensprogramm. Denn unser Nervensystem unterscheidet nicht zwischen realen Gefahren und Bedrohungen und solchen, die wir uns nur einbilden und in der Welt unserer Gedanken selbst erschaffen.
Damit wird jeder sorgenvolle Gedanke zu einem Stressauslöser, denn es ist nicht nur der Gedanke, der da ist. Jeder Gedanke lässt ein dazu passendes Gefühl in uns entstehen. Und jedes Gefühl erzeugt weitere ihm entsprechende Gedanken, die wiederum weitere passende Gefühle auslösen. Ein Teufelskreis.
Und so sind wir öfter gestresst als es sein müsste, weil Stress eben vom Grundgedanken her ein Ausnahmezustand ist. Genau so ist unser Überlebensprogramm konzipiert: als Notfallreaktion.
Wenn Stress zum Normalzustand wird
Je öfter wir gestresst sind, umso größer die Gefahr, dass uns Stress süchtig macht. Wenn Stress zum Normalzustand wird, sind wir chronisch gestresst. Was viele nicht wissen ist, dass unser Körper süchtig nach Stress werden kann, genauer gesagt wird er süchtig nach den Stresshormonen. Das sind hauptsächlich Cortisol und Adrenalin. Immer wenn das Stressprogramm in uns aktiviert ist, wird unser Körper von Stresshormonen geflutet.
Und chronischer Stress wiederum zeigt sich dann durch verschiedene Symptome. Diese sind unangenehm, schränken und ein, zeigen sich durch Beschwerden und auch durch Schmerzen.
Typische Stress-Symptome sind:
Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit, Brain Fog - Nebel im Kopf, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Verdauungsstörungen, Schlafstörungen, Gübeln - Overthinking, Erschöpfung, Müdigkeit, Gereiztheit, Nervosität, Niedergeschlagenheit, Verspannungen, Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Kopfschmerzen, Migräne, Infektanfälligkeit etc.

Stress-Symptome als Geschenk und Segen werten
Wenn du an dir Stress-Symptome feststellst, hast du verschiedene Möglichkeiten, mit diesen Fakten umzugehen: Du kannst verdrängen und leugnen, dass dein Körper Stress-Symptome zeigt. Das ist durchaus verständlich, denn wir haben keine Lust und auch keine Zeit, uns einzugestehen, dass der Stress Formen und Ausmaße annimmt, die uns offensichtlich schaden.
Du kannst auch wütend auf deinen Körper sein, weil er nicht mehr so funktioniert, wie du es von ihm erwartest. Denn wir haben einfach inmitten allen Alltagstrubels mit den vielen To Do´s eigentlich so überhaupt keine Zeit für sowas und vom eigenen Körper ausgebremst zu werden, das passt einfach nicht in unsere Planung.
Du kannst aber auch dankbar sein! Ja, das meine ich wirklich ernst. Was wäre, wenn du deinem Körper dankbar bist dafür, dass er dir anhand der Stress-Symptome zeigt, dass es zu viel ist, dass dir das, was du gerade tust, nicht gut für dich ist?
Was wäre, wenn du deinen Körper als besten Freund siehst, der sich um dich kümmert und dem es wirklich am Herzen liegt, dass es dir gut geht?
Dein Körper bestraft dich nicht und er will dich auch nicht ärgern. Er spricht mit dir ehrlich und offen und seine Botschaft lautet:
Bitte hör auf damit! Bitte halte inne und ändere deine Gewohnheiten, deinen Tagesablauf, deine innere Haltung.
Bitte erinnere dich! Wir sind eins. Ich trage dich durch dieses Leben, ich bin das Gefäß und Gefährt deiner Seele. Du bist Körper, Geist und Seele!
Du hast ein Gaspedal und eine Bremse
Unser autonomes Nervensystem besteht aus 2 Teilen: Sympathikus und Parasympathikus. Es wird auch vegetatives Nervensystem genannt und steuert die Funktion unserer Organe und lebenswichtige Vorgänge im Körper wie Herzschlag und Atmung.
Und die beiden Teile Sympathikus und Parasympathikus sind eigentlich, so der Grundgedanke, abwechselnd aktiv und gleichen sich auf diese Weise gegenseitig aus und ergänzen einander auch. So ist bei jeder Einatmung der Sympathikus aktiv und bei jeder Ausatmung der Parasympathikus.
Die beiden Teile unseres auonomen Nervensystems aktivieren sich aber auch im Alltag, je nachdem, wo wir uns gerade befinden, was es gerade in uns denkt und wie wir uns fühlen.
Es ist genau so, wie wenn du hinter dem Steuer eines Autos sitzt, gibt es auch in unserem Körper ein Gaspedal (Sympathikus) und ein Bremspedal (Parasympathikus). Nur wenn wir beide Pedale nutzen, kommen wir gut am Ziel an, ohne die Spur oder die Fassung zu verlieren und ohne Schaden zu nehmen.
Immer wenn wir aktiv sind, wenn wir agieren und reagieren, nutzen wir unser Gaspedal. Und auch jedes Mal, wenn wir gestresst sind, aktiviert sich das Gaspedal in Form des Sympathikus.
Jedes Mal, wenn wir innehalten, wenn wir achtsam sind, nutzen wir unsere Bremse. Leider sind wir alle sehr oft auf der Überholspur unterwegs und nutzen das Gaspedal mehr als die Bremse. Dass dann unterm Strich die Balance fehlt, ist klar.
Nutze Dir selbst zuliebe Anti-Stress-Tools
Ich beobachte seit Jahren, wie die Stressbelastung stetig steigt. Das erlebe ich am eigenen Leib und sehe es auch in meinem Umfeld. Ich beobachte dies mit Sorge. Und ja, ich weiß, dass auch das berühmte "Sorgen machen" nichts anderes als eine Form von Stress ist.
Trotzdem: Ich bin mir sicher, dass wir alle begreifen und erkennen müssen, wie wichtig es ist, dass wir uns regelmäßig Momente der Entspannung schenken. Und mit regelmäßig meine ich täglich.
Nur wenn du beginnst, Anti-Stress-Tools fest in deinen Alltag zu integrieren, kannst du langfristig gesund bleiben. Nur wenn du beginnst, dir deine kleinen Entspannungsinseln zu schaffen und sie zu zelebrieren, wirst du trotz allem Stress im Feld deine Balance halten können.
Ich habe mehrere Videokurse kreiert, um Dich zu unterstützen.
In ihnen gebe ich dir wertvolle Infos zum Thema Stress und Stresserleben und zeige dir viele Übungen, Methoden und Mini-Tools, mit denen du dich schnell und spürbar raus aus dem Stresszustand holen kannst.
Ich wünsche dir alles Liebe!
Deine Mel



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